Core Web Vitals 2026: Was nach INP wirklich zählt
Zwei Jahre nach INP-Einführung zeigt sich, welche Optimierungen wirklich Rankings bringen — und welche überschätzt sind.
Seit März 2024 ist INP (Interaction to Next Paint) offiziell ein Core Web Vital. Zwei Jahre später lässt sich klar sagen: Die Auswirkungen auf Rankings sind realer als viele erwartet hatten — aber nicht in der Form, die ursprünglich befürchtet wurde.
1. Die aktuellen Schwellenwerte
LCP unter 2,5 Sekunden, INP unter 200ms, CLS unter 0,1. Diese Werte gelten unverändert seit 2024. Wichtig: Google misst die 75. Perzentile echter Nutzer (Field Data), nicht Ihre Lab-Werte aus Lighthouse.
2. Was wirklich wirkt
JavaScript-Bundle-Reduktion bringt den größten INP-Gewinn. Tools wie Bundle Analyzer zeigen, welche Pakete entfernt oder durch leichtere Alternativen ersetzt werden können. Code-Splitting und Lazy Loading von Third-Party-Scripts sind Pflicht.
3. LCP: Bilder bleiben der Hauptfaktor
Bei 70% der Websites ist das größte Element ein Bild. WebP/AVIF, korrekte width/height-Attribute, fetchpriority-High für das Hero-Bild und ein guter CDN-Cache sind die wirkungsvollsten Hebel.
4. CLS: Häufig übersehen
Cumulative Layout Shift wird oft unterschätzt. Häufigste Ursachen: Schriften ohne font-display, Banner und Cookie-Notices, dynamisch nachgeladene Anzeigen. Reservierter Platz mit min-height löst die meisten Probleme.
5. Was überschätzt wird
Die obsessive Optimierung auf 100-Punkte-Lighthouse-Scores. Diese Lab-Werte korrelieren oft schlecht mit Field Data. Konzentrieren Sie sich auf die Search-Console-Daten — das ist, was Google wirklich misst.
Fazit
Core Web Vitals sind kein Ranking-Boost, sondern eine Mindestanforderung. Wer die Schwellenwerte erreicht, hat keinen Vorteil — wer sie verfehlt, einen klaren Nachteil. Investieren Sie Aufwand in Field-Data-Optimierung, nicht in Lab-Score-Kosmetik.